Ich würde nie fremdgehen! - Leider ein hohles Versprechen - fremdgehen.de

Ich würde nie fremdgehen! – Leider ein hohles Versprechen

Irrtum und Wahrheit: Was sind die üblichen Irrtümer im Hinblick auf die Annahme, dass man selbst oder der Partner nie fremdgehen würde?
Die Seite “Seitensprungfibel” hat sich mit der Frage eingehend beschäftigt.

Wir meinen: Viele Menschen, die in einer Beziehung sind, sagen zwar, sie würden nie fremdgehen, doch das kann im Grunde jedem passieren. Sei es, dass man selbst fremdgeht oder der Partner.
Wer sagt, er würde nie fremdgehen, täuscht sich nicht selten über seine eigene Bereitschaft zur sexuellen Treue und über die des Partners.

Doch eine Beziehung muss durch einen Seitensprung oder eine Affäre nicht kaputtgehen.
Wir zeigen, was die acht häufigsten Knackpunkte und Fehleinschätzungen sind und verraten anschließend, weshalb sie nicht zu einem Problem werden müssen.

Irrtum 1: “Ich bin stark und gegen Versuchungen immun .”

Wer das von sich behauptet, der ist vermutlich noch nie in Versuchung geraten. Je länger eine Beziehung dauert, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Versuchung irgendwann kommt.
Niemand kann dafür garantieren, dass sie nicht in einer Verliebtheit mündet. Und dann war es das mit dem Vorsatz nie fremdgehen.

Wobei sich die meisten Menschen eine potenzielle Fremdgeh-Versuchung auch gerne einmal falsch vorstellen: Es muss nicht immer Venus aus der Muschel steigen oder Mars persönlich seinen Degen polieren …

Viele Versuchungen stehen vollkommen normal gekleidet an einer Supermarktkasse und heben schlicht und ergreifend ein herunter gefallenes Stück Butter auf. Oder fragen halb fluchend, ob ihnen der Bus wirklich gerade vor der Nase weggefahren ist.

Es gehört also häufig gar nicht viel dazu, um jemanden schnell und effektiv zu verzaubern. Stattdessen reicht es, wenn mehr oder weniger zufällig ein ganz bestimmter Knopf gedrückt wird. Insbesondere verheiratete Männer, die fremdgehen, können oft genug ein Lied davon singen..

Irrtum 2: “Nur in unglücklichen Beziehungen gibt es Untreue.”

Ein Seitensprung ist nicht die Ursache für eine Beziehungskrise oder Trennung, sondern das Symptom, dass etwas nicht stimmt.

Nett gedacht, aber falsch: Seitensprünge kommen in den besten Beziehungen vor, wie eine Umfrage unter “Fremdgehern” ergeben hat. Weniger als die Hälfte der Befragten gaben an, in ihrer Beziehung nicht glücklich gewesen zu sein.

Wie dieses Phänomen zustande kommt, ist bereits in der „Geschichte der O“ sehr treffend beschrieben.
O freut sich einfach an der ganzen Menschheit und an ihr sympathischen / erotisch erscheinenden Personen, weil sie so im Liebes- und Gefühlsrausch ist.
Und dabei bleibt schlicht und ergreifend auch für bis dato Unbeteiligte noch eine ganze Menge sexuelle Energie ihrerseits übrig. Nie fremdgehen mutiert also schnell vom guten Vorsatz zum Hemmnis – aber wer lässt sich schon gerne seine Flügel kappen?

Irrtum 3: “Unser Sex ist so gut, dass fremdgehen nicht nötig ist.”

Paartherapeuten bezweifeln, dass Untreue rein sexueller Natur ist. Bei einer Affäre ist eine klare Trennung von Körper und Geist zwar oft erwünscht, aber kaum je Realität.

Es reicht also schon, wenn man mit einer anderen Person einen anderen Verbindungspunkt hat. Ohne, dass nie fremdgehen ein Diskussionspunkt war.

  • Sei es, dass der / die andere eine Musikgottheit ist, während der eigene Schatz schon Singen unter der Dusche verteufelt.
  • Oder dass ein anderer Mensch sich für Trekking-Touren begeistern kann, während man seine(n) Parter(in) nicht einmal für einen zweistündigen Spaziergang vor die Tür locken kann.

Zugegeben, das hört eigentlich niemand gerne – aber in Affären bekommt man nicht nur körperliche Abwechslung geboten. Sondern auch neue zwischenmenschliche, oft sogar freundschaftliche Eindrücke.

Ganz davon abgesehen, dass auch eine andere Form einer bereits bekannten Berührung ganz besonders kicken kann.
Das Gleiche in Grün ist eben noch lange nicht Dasselbe.

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Irrtum 4: “Wir wissen alles voneinander und machen alles zusammen. Wann bitte sollte man da fremdgehen?”

Affären sind selten bewusst eingefädelt. Heimliche Verliebtheit entwickelt sich meistens dort, wo man sich häufig aufhält. Zum Beispiel am Arbeitsplatz oder beim Einkaufen.

Es gibt hunderte von Möglichkeiten, welche Orte und Personen jemanden schlagartig zum Fremdgehen einladen. In vielen Fällen ging es dabei nicht einmal um ein ganz direktes sexuelles Anbagger-Manöver. Das Motto nie fremdgehen soll(te) also oft gar nicht angeknabbert werden. Man(n) ist da eher so hereingerutscht. Was auch kein Wunder ist.

Denn ganz ehrlich?
Kaum ein Mann oder eine Frau können einem sympathischen Gegenüber widerstehen, das für eine Sache begeisterungsfähig ist und andere damit anzustecken weiß.

Aus einem Gespräch in der Bücherei über einen ganz speziellen Roman wird unter Umständen schnell gedanklich ein Vorleseabend bei gedämmtem Licht und Rotwein. Und wie das geneigte Team aus Vorleser und Zuhörer enden kann, ist wohl hinlänglich bekannt …

Irrtum 5: “Treue ist das Wichtigste in einer Beziehung.”


Wenn man unter Treue ausschließlich sexuelle Treue versteht, sollte man diesen Grundsatz hinterfragen.

Denn wer der Liebe die Freiheit nimmt, macht aus der Treue ein rigides Durchhaltegebot. Und das ist ebenso unauthentisch wie heuchlerisch, denn der Trend geht schon lange zu mehreren Beziehungen im Laufe eines Lebens.
Weiterer Knackpunkt: Nicht selten ist der Auslöser für die Trennung, das man sich zu jemand anderem sexuell hingezogen fühlt.

Irrtum 6: “Ich bin eine so gute Partie, dass mein/e Partner/in nie fremdgehen würde.”


Wer das sagt, könnte unter einer gewissen Selbstüberschätzung leiden, die andere gar nicht unbedingt teilen müssen.

Aber auch, wenn dieses Statement bedeutet, dass Sie tatsächlich viel attraktiver als Ihr Partner sind, sind die Chancen nicht schlecht, dass dieser frustriert ist. Vor allem deshalb, weil er meint, nicht mithalten zu können.
Aus diesem Gefühl heraus entsteht viel leichter der Nährboden für einen Seitensprung als manche meinen.

Überhaupt sollte man sich seines Schatzes nie allzu sicher sein. Denn dadurch nimmt man der Beziehung oft die so lebenswichtige Spannung und den notwendigen Einsatz.

Wie viele Menschen legen sich in solchen Fällen einfach nicht mehr ins Zeug und mutieren zu Komfortzonen-und-Couch-Potatoes.
Was natürlich nicht gut kommt, denn eine übertriebene Selbstgefälligkeit ist alles andere als sexy.

Dadurch kann es dann tatsächlich vorkommen, dass ein(e) Partner(in), vielleicht nie fremdgehen wollen würde. Er oder sie aber genau aus diesem Grund plötzlich doch die Flucht in die Arme einer anderen Person ergreift.

  • Gegebenenfalls, um aktiv zu provozieren.
  • Alternativ auch nur, weil er oder sie sich wirklich nicht anders zu helfen wussten und ein Gespräch ansonsten nicht möglich war.

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Irrtum 7: “Verheiratete Männer/Frauen sind für mich tabu”

Das dachte sich schon so manch Eine(r) und fand sich alsbald in der Rolle des/der Geliebten wieder.
Natürlich ist das dann “etwas ganz anderes”, nämlich die “wahre Liebe” …

Tatsache ist, dass ein verheirateter Mensch unbewusst eher als gute Partie wahrgenommen wird und damit umso attraktiver ist.
Der Mann/die Frau “gehört” einem anderen, also scheint er/sie etwas zu taugen. Das gilt umso mehr als er einem zunächst ja auch nicht als “gefährlich” erscheint.

Selbstverständlich muss man bei Fremdgängerinnen und Fremdgängern mit Partner(in) bei längeren Affären zeitliche Abstriche machen.
Doch für ein schnelles und unverfängliches Betthupferl erscheinen sie oft als die perfekte Wahl:

  • Leidenschaftlicherer und kreativerer Sex als mit dem eigentlichen Partner sind keine Seltenheit.
  • Und das Verständnis für die Beziehungsprobleme gibt es quasi aus eigener Erfahrung gratis dazu.

Wenn das keine verhängnisvolle Mischung ist, die den Vorsatz nie fremdgehen im Zweifelsfall schnell kippen lässt.

Irrtum 8: “Wenn mein Partner fremdgehen würde, dann würde ich das mitbekommen.”

Nicht jeder Fremdgeher ist so unvorsichtig, seiner Ehefrau Lippenstift am Kragen zu präsentieren. Wer einen Seitensprung jedoch unbedingt geheim halten will, wird sich geschickter anstellen.

Wer das Gefühl hat, sein Partner könnte fremdgehen, sollte sich entscheiden, ob er das wissen will.

Wenn ja, sollte er sehr genau hinsehen. Wenn nein, kluges Nichtwissen praktizieren.
Schließlich haben wir ja alle gelernt, dass es immer eine Lösung gibt – man muss sie nur wirklich ernsthaft suchen.

Die Liebe muss durch einen Seitensprung nicht gefährdet sein

Nie fremdgehen ist auch keine Lösung für alle Probleme. Im Gegenteil, oft provoziert der panische Gedanke an dieses Thema, dass ein Teil eines Paares genau in diese „Falle“ tappt. Frei nach der selbsterfüllenden Prophezeihung.

Was in einem solchen Fall hilft? Einfach nicht damit punkten wollen, dass man sowieso nie fremdgehen wird. Sondern diese Aussage nicht machen und nichts versprechen, was man im Zweifelsfall nicht halten kann.

Der Vorteil dabei: Wer in dieser Hinsicht den Mund nicht zu voll nimmt und sich vorab selbst als Moralapostel aufspielt, muss sich im Zweifelsfall weder Häme noch Spott gefallen lassen.

Ein weiterer Pluspunkt in dieser Hinsicht: Je mehr Menschen sich nicht für die moralische Übergottheit halten, desto entspannter wird der Umgang miteinander.
Gleiches trifft übrigens auch dann zu, wenn man bei sich selbst einfach einmal mindestens genauso hohe Maßstäbe anlegt wie bei seinem Gegenüber.

Was sich im Zweifelsfall sehr positiv auf das weitere Beziehungsleben auswirken kann. Manchmal stellt es sich heraus, dass ein Seitensprung tatsächlich ein Problem darstellt.
Aber dann besteht zumindest die Möglichkeit, sich dieser Probleme aktiv zu widmen und einmal alle Fakten und Wünsche auf den Tisch zu bringen.

Und falls man stattdessen sogar feststellt, dass Fremdgehen eine gemeinsame heimliche Fantasie ist, umso besser …

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