Welche Personen betrügen häufiger? Hose runter beim Fakten-Check - fremdgehen.de

Welche Personen betrügen häufiger? Hose runter beim Fakten-Check

Einmal und nie wieder. Versprochen und gebrochen. Seitenspringer sind Wiederholungstäter. Zu dieser Erkenntnis kommt Kayla Knopp, Psychologie-Doktorandin an der Universität Denver, nach einer Studie, die sie im Sommer 2015 im Rahmen einer Tagung der American Psychological Association in Washington, D. C, vorstellte. Sie untersuchte die Wahrscheinlichkeit von weiteren Seitensprüngen bei Personen, die bereits einmal in einer Beziehung fremdgegangen waren. Wer schonmal untreu war, bei dem ist ein Seitensprung wahrscheinlicher. Der Faktor stieg um 3,7 an, wenn jemand zu den Menschen gehört, bei denen betrügen häufiger eine Rolle gespielt hat. Gut zu wissen.

Welche Menschen betrügen häufiger? Zumindest potenziell

Unmengen von Studien haben sich mit dieser Fragestellung beschäftigt, wann und bei wem ein Seitensprung tendenziell eher vorkommt. Die Antworten sind meist Einzelergebnisse, die sich für populistisch geführte Diskussionen durchaus eignen.

  • Afro-Amerikaner sind statistisch betrachtet eher Seitensprung-Kandidaten.
  • Menschen mit Bildung und höheren Einkünften gehen gerne fremd.
  • Frauen, die kurz vor dem Eisprung stehen, favorisieren Sex mit Fremden.
  • Und auch Männer von Frauen, die das Haupteinkommen verdienen, betrügen häufiger.

Mit ein bisschen Fantasie lassen sich neue Vermutungen aufstellen, die einen Seitensprung wahrscheinlicher machen könnten:

  • Menschen gehen fremd, weil sie den Kitzel des Verbotenen suchen?
  • Männer zeigen eine verstärkte Tendenz fremdzugehen, wenn sie kurz vorher zehn Steaks und fünfzehn Eier gegessen haben?

All diesen netten Aufzählungen fehlt vor allem eins: eine Art gemeinsamer Nenner, der die Fremdgeh-Gefahr ansteigen lässt oder der im besten Fall Treue ermöglicht. Wir starten einen neuen Versuch.

Moral oder Zufriedenheit?

Als Garantie für Treue werden auch gerne Begrifflichkeiten wie das Einhalten von moralischen Werten (man tut das eben nicht) oder sexuelle Zufriedenheit in der Partnerschaft angesehen. Moral wird von gesellschaftlichen Werten bestimmt. Sie kann zwar befolgt werden, muss allerdings nicht den eigenen Wünschen entsprechen. Sexuelle Zufriedenheit in der Partnerschaft kann wiederum heute vorliegen und sich morgen verabschieden. Beide Konzepte sind offenbar ebenso wenig geeignet, die Basis für Treue zu legen.

Was bedeutet eigentlich Treue?

Der Begriff Treue wird meist als rein sexuell gefärbtes Konzept verstanden.

Treue hat aber im Gegensatz zu mancher Annahme nichts damit zu tun, ob der Partner außerhalb der Beziehung mit anderen sexuelle Beziehungen eingeht oder nicht.

Dadurch endet betrügen häufiger als moralapostolischer Negativposten – zu Unrecht. Denn Treue bedeutet, dem Partner vertrauen zu können, zu wissen, dass gemeinsame Absprachen eingehalten werden. Bevor das möglich wird, müssen erst einmal Absprachen getroffen werden.

Treue impliziert in erster Linie keine sexuelle Enthaltsamkeit in Bezug auf andere.
Sie steht für Vertrauen, Ehrlichkeit, Austausch – und ob nun Monogamie oder sonstige Absprachen – ein Treuebruch löst eine Krise aus.

Insofern würde betrügen häufiger besser ausgehen, wenn Menschen ihre Definition von Treue etwas verlagern würden. Weil dadurch alle mehr Möglichkeiten zur freien Entfaltung hätten. Wie jeder diese Möglichkeiten nutzt, steht dann wiederum auf einem anderen Blatt.

Gemeinsamkeit und Akzeptanz

sind eine Basis für die Beziehung. Ob Haus, Kinder, Interessen, Sexualität – einige Fäden müssen eng zusammenlaufen, damit ein tiefes Gefühl von Zusammengehörigkeit entstehen kann.

Ebenso gehört Akzeptanz der Persönlichkeit des anderen zu den Grundpfeilern einer Beziehungsqualität. Eine Beziehung ohne Akzeptanz der Eigenschaften des anderen, mutiert zum Versuch, den Partner zum Klon zu erklären.

Nur, wer sein darf wie er ist, kann die Bereitschaft entwickeln, sich dem Partner anzuvertrauen und zu öffnen.

  • Mir ist Sexualität wichtig, dir nach meiner Ansicht nicht. Wie gehen wir damit um? Oder täusche ich mich?
  • Ich habe sexuelle Wünsche, die du mir vermutlich nicht erfüllen wirst. Ich möchte das aber auch leben. Was machen wir?
  • Ich habe gerne Sex mit dir, aber alles ist etwas eingefahren. Siehst du das auch so und wie können wir es ändern?
  • Mich würde es reizen, dich mal mit anderen zu sehen. Was sagst du dazu?
  • Partnertausch fände ich interessant. Ich weiß nicht, ob das dein Ding ist.

Garantien im Leben für ewiges Glück und dauerhaft sexuelle Erfüllung- wer soll das versprechen?

Es besteht aber die Möglichkeit im Partner einen wirklichen Partner zu finden, mit dem Lösungen und Kompromisse gefunden werden können. Damit ein zufriedenes Miteinander möglich wird. Gemeinsam lässt sich wachsen und das ist mehr als nur einen Versuch wert auf dem Weg, weder sich selbst noch den anderen zu betrügen. Grundsätzlich stellt sich natürlich trotzdem die Frage, ob manche Personengruppen betrügen häufiger in Betracht ziehen. Daher an dieser Stelle einmal ein Frauen- und Männercheck – nach Berufsgruppen!

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Frauen mit diesen Berufen betrügen häufiger

Der britische Mirror hat am 13. Oktober 2016 eine Statistik zu der Frage veröffentlicht, in welchen Berufen Betrügen häufiger vorkommt. Dazu hat Victoria Milan 5.658 Frauen befragt, die aktive Mitglieder einer Dating-Community sind. Diese Plattform ist explizit auf User eingestellt, die sich in einer festen Partnerschaft befinden und dennoch Interesse am Fremdgehen haben.

Die Top-Five jener Berufsbilder von Frauen, die ihre Partner betrügen, unterstreicht so manches Klischee, wartet aber auch mit Überraschungen auf.

  • 1. Finanzwesen (Brokerinnen, Bänkerinnen, Analystinnen etc.)
  • 2. „Flugwesen“ (Pilotinnen, Stewardessen, Fluglotsinnen etc.)
  • 3. Gesundheitswesen (Ärztinnen, Krankenschwestern, Pflegerinnen)
  • 4. Businessbereich (CEOs, Managerinnen, Sekretärinnen etc.)
  • 5. „Sportberufe“ (Athletinnen und Spielerinnen, Trainerinnen etc.)

Wichtig dabei: Die befragten Frauen betrügen ihre Partner tatsächlich und befinden sich nicht in einer Wunsch- oder Vorbereitungsphase

Besonders auffällig ist, dass 65% der Frauen ihren Arbeitsplatz zum betrügen häufiger nutzen. Gleichzeitig halten dies aber 85% der Frauen für keine gute Idee. Auf diesen offensichtlichen Widerspruch geht der Artikel leider nicht näher ein. Viele Frauen führen dabei jedoch den logistischen Aspekt an: Wer sich ohnehin viel am Arbeitsplatz aufhält, kann sich auch gleich dort nach einem potenziellen Sexpartner umschauen.

Gründe, die gegen eine Affäre am Arbeitsplatz sprechen

Die Umfrage verdeutlicht aber auch, dass sich die Frauen das Betrügen ihrer Partner nicht ganz so einfach machen. Gründe, die gegen das Techtelmechtel mit einem Kollegen sprechen, sind ebenfalls vielfältig.

Die Frauen empfänden es demnach als unangenehm, wenn sie nach Beendigung der Affäre mit dem Kollegen weiterhin zusammenarbeiten müssten. Diese Antwort gaben 70% der Befragten.
Jede fünfte Frau (21%) hat Angst, dass firmeninterne Gerüchte bis zum eigenen Partner vordringen könnten.
Und immerhin 10% befürchten, eine solche Liaison könnte sich negativ auf die eigene Karriere auswirken.

Die meisten Frauen machen sich also bei einer Affäre mit einem Kollegen weniger Sorgen um den eigenen Job als um zwischenmenschliche Belange. Spaß und Wohlfühlklima sind demnach wichtiger als der nächste Schritt auf der Karriereleiter.

Wie lässt es sich erklären, …

… dass gerade Frauen mit diesen Berufen betrügen häufiger für ein Kavaliersdelikt halten?

Die Antwort liegt auf der Hand: Viele dieser Frauen arbeiten viel und lange, sind häufig unterwegs und treffen auf viele andere Menschen.

Und Gelegenheit macht nicht nur Diebe, sondern kann auch zum Betrügen animieren. Menschen betrügen häufiger, wenn der eigene Partner weit weg und ein Auffliegen der Affäre damit äußerst unwahrscheinlich ist.

Bedenkenswerte Aspekte bei den Umfrageergebnissen

  • Es sind nur knapp 6.000 Frauen befragt worden. Diese Zahl ermöglicht zwar einen gewissen Eindruck, kann aber nicht automatisch hochgerechnet werden.
  • Victoria Milan hat nur Frauen befragt, die Mitglieder in einer Fremdgeh-Community sind. Sonnenklar, dass die Antworten entsprechend anders ausfallen, als es bei einer Umfrage auf der Straße der Fall wäre.
  • Im Ergebnis werden nicht einzelne Berufe, sondern ganze Berufsgruppen genannt. Dabei wäre es ja durchaus möglich, dass Frauen eines Berufszweiges in aller Regel treu sind wie Gold, während Kolleginnen derselben Branche nie etwas anbrennen lassen.

Fazit

Diese Statistik liefert nicht mehr als eine grobe Tendenz, in welchen Berufen Frauen häufiger betrügen.

Eine Kellnerin, die aktives Mitglied einer Fremdgeh-Community ist, wird definitiv anders einzuschätzen sein als die frisch verheiratete Köchin.
Letztlich ist es wohl eine ganz individuelle Frage, ob eine Frau zum Fremdgehen neigt oder ihrem Partner hundertprozentig treu ist. Frauen, die ihren Partner betrügen, finden sich in jeder Berufsgruppe – aber auch solche, die sich nichts anderes als ein Leben in Monogamie vorstellen können.

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Wie sieht es bei den Männern aus?

Wie bereits die Untersuchung der Frauen-Betrüger-Quote durch Victoria Milan bewiesen hat, stehen vor allem zeitaufwendige Berufe mit vielen Menschenkontakten im Fremdgeh-Verdacht.

Das ist auch bei den Männern nicht anders, wie die Top 5 der Männer zeigt, die öfter fremdgehen:

  • 1. Banker und Makler
  • 2. Piloten und Flugbegleiter
  • 3. Ärzte und Krankenpfleger
  • 4. Manager, CEOs und Sekretäre
  • 5. Sportler und Fitnesstrainer

Alles auf einen Blick

Viel Verantwortung und Stress, aber auch viel Entscheidungsgewalt im Job sorgen dafür, dass Männer sich zum ein oder anderen Seitensprung hinreißen lassen.

Was aber wiederum nicht beweist, dass jeder Fitnesstrainer mit Partner anderen Frauen im Studio schöne Augen macht. Vielleicht lernt er eine andere Frau auch in der Bücherei kennen? Und findet sie deutlich attraktiver, weil er sie im Gegensatz zu manchen Ladys im Fitnessstudio noch nicht halb ausgepackt vor die Nase gestellt bekommen hat? Alles möglich …

Lange Rede, kurzer Sinn

Alles ist relativ! Es ist nicht so, dass betrügen häufiger auf ganz bestimmte Berufsgruppen zurückzuführen ist. Offensichtlich gibt es Berufsfelder, die bessere Fremdgeh-Möglichkeiten bieten als andere. Daraus lässt sich aber immer noch nicht ableiten, dass das Seitensprung-Risiko für alle in der Branche arbeitenden Personen stark erhöht ist.

Letztlich hängt es doch von der individuelle Persönlichkeit ab, die- oder derjenige einer potenziellen Fremdgeh-Verlockung zu widerstehen weiß oder nicht …

 

Modelbilder von Colourbox.com